Striche, feine Linien, Punkte und Schriften - das ist die künstlerische Welt von Rosemarie Phiel. Bei genauem Betrachten stehen alle Elemente für sich alleine, berühren sich hier und da. Erst mit dem nötigen Abstand verschmilzt alles zu einer Einheit. Während ihre Leinwandmalereien durch eine konstruierte Ordnung auffallen, deuten die Papierarbeiten von geographischen Abdruck und einer einzigartigen Dynamik. Vereinzelt koloriert, setzen sich vorallem die schnellen Linien, Rundformen und geschnitten Motive ab. Das Leitthema ihrer Arbeiten sind die inneren und äußeren Gegensätze und damit eingehend die Frage, wie diese in Einklang gebracht werden können. Bis in ihren Alltag hinen beschäftigt sich Rosemarie Phiel mit diesen Kontrasten, die sie schon ihr Leben begleiten.

 

Sie wurde 1969 in Vietnam geboren und wusste schon von Kindesbeinen an, dass sie einmal Malerin werden möchte, damit sie ihre Welt so darstellen kann, wie sie sie mit ihren Augen sieht. Ende der 80er jahre kam sie in die DDR, um neben der Kultur auch die Sprache kennenzulernen. Kurz vor der Wende flüchtete sie in den Westen. Nach einer Ausbildung zur Modedesignerin, schrieb sie sich in Karlsruhe an der staatlichen Akademie für Bildende Künste ein. Seit mehr als 19 Jahren lebt und arbeitet die Künstlerin jetzt schon in Heidelberg.

 

Simone Brändlin